Tiergestützte Therapie
Was ist tiergestützte Therapie mit Hund?
In meiner täglichen Arbeit begleitet mich Luna (geb. 13.09.2008), eine ausgebildete Therapiehündin, überall mit hin. Sie ist in den Sitzungen dabei, auch wenn sie hin und wieder schläft. Inzwischen ist Luna so sensibilisiert, dass sie zwischendurch den Schlaf unterbricht und aktiv zuhört, hinschaut oder trösten möchte. Dann kommt sie im Gespräch zum Einsatz.Sie fährt unter anderem mit zu den Familien und hat immer wieder den einen oder anderen Einzelkontakt mit Kindern in der Praxis. Seit November 09 arbeitet Luna regelmäßig im Altenheim, in der Kita oder Schule. Oder sie hat einen Einsatz in der Praxis.
Der ausgebildete Therapiehund arbeitet immer nur mit seinem Hundeführer zusammen, welcher einen entsprechenden Beruf gelernt hat (medizinisch, psychisch, psychotherapeutisch, pädagogisch …). Er wird daher auch treffender Therapie-Begleithund genannt. Hund und Hundeführer bilden zusammen ein so genanntes Therapie-Hund-Team.
Auch ein Therapiehund kann nicht ohne Anleitung in der tiergestützten Therapie arbeiten. Er allein würde z.B. einen Schlaganfall nicht erkennen, nicht die geeigneten Übungen zuordnen können und einen Erfolg oder eine Überforderung erkennen.
Die tiergestützte Therapie ist besonders in den Bereichen, in denen verbale Diagnoseerfahrungen scheitern, angezeigt. Vor allem in den Bereichen, in denen keine oder nur minimale Verbalkommunikation möglich ist (Sprachstörungen, Sprachbarrieren, Autismus, Demenz und vieles mehr), gilt die tiergestützte Therapie bei ihren Anwendungen als besonders effektiv.
Hunde wirken einerseits beruhigend und als Sicherheitssignal, andererseits funktioniert ihre Kommunikation anders als die zwischenmenschliche Kommunikation. Diese Verschiebung der Kommunikationsweise bewirkt, dass zwischen Hund und Klient verletzungsfreier und offener interagiert wird. Hunde besitzen einen hohen Aufforderungscharakter. Die dadurch ansteigende Therapieakzeptanz der Klienten führt zu schnellerer Einsicht, was die Erfolge erheblich steigert. Die Befindlichkeit aller Beteiligten steigert sich bei Anwesenheit eines Hundes.
Dies macht auch den Unterschied zu einem Besucherhund aus. Der Hundeführer benötigt hierbei keine diesbezügliche Ausbildung. Durch die Anwesenheit des Besucherhundes können bestimmte Bereiche angesprochen werden (z.B. Kommunikation, die Bereitschaft zu einem Spaziergang….). Es ist bekannt, dass alleine die Nähe zu einem Hund einen positiven Einfluss auf das Gefühlsleben haben kann.
Warum biete ich diese Therapie an?
Tiere sind in der therapeutischen Arbeit eine besondere Bereicherung. Sie sind Türöffner, Brückenbauer, Kommunikationshelfer, Herausforderung, Motivation und Spaßfaktor. Kinder, Jugendliche und Erwachsene erhalten im therapeutisch begleiteten Kontakt mit dem Hund die Möglichkeit, neue emotionale Erfahrungen zu sammeln und konkrete Verhaltensmuster zu trainieren.
Viele Menschen lockert und heitert die einfache Anwesenheit des Hundes auf, er schafft durch seine Anwesenheit eine Atmosphäre häuslicher Wohnlichkeit und Vertrautheit. Eine solche Atmosphäre beeinflusst nicht nur die Therapie allgemein, sondern wirkt auf alle, auf den Therapeuten und den Klienten angenehm, lockernd und positiv. Der Hund bietet eine günstige Atmosphäre für die weitere Arbeit.
Der günstige Aspekt für die Therapie mit dem Hund ist bei den Menschen die positive Beziehung zwischen Mensch und Tier. Der Hund wird in der Therapie nicht nur gezielt zum Einsatz gebracht, sondern lebt als eine Selbstverständlichkeit mit. Daraus ergeben sich je nach Bedürfnis der Klienten oder des Hundes gemeinsame Interaktionen. Der Hund kommt nicht bei jedem Klienten zum Einsatz,.
In der therapeutischen Praxis werden Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit den unterschiedlichsten Symptomen therapiert. Bei dem Einsatz von tiergestützter Therapie wird gezielt auf einen therapeutischen Erfolg hingearbeitet, der Hund „arbeitet“ als Co-Therapeut und wird in Ausübung der beruflichen Tätigkeit mit einbezogen.



